Google entwickelt sich zur Rummelbude und Twitter ist stinkig

Ich habe die Veränderung gar nicht selbst bemerkt, sondern erst beim Jojo davon gelesen: Google hat seine Suche (ich vermute vorerst nur in den USA) überarbeitet.

Man setzt auf eine stärkere Integration des hauseigenen Social Networks Google+. Kleines Beispiel: Wenn jemand nach „Whiskey“ sucht und Nachbars Lumpi so heißt, bekommt er keine Schnapsbilder, sondern Fotos des vermeintlich interessanteren Flohteppichs.

Twitter vs. Google

Twitter ist natürlich angepisst. Erst hat Google den Content von Twitter zu integrieren versucht. (Realtime Search) Und jetzt – wo Twitter sich nicht okkupieren ließ – spielt Google halt eine Runde „Microsoft“. Ich will das gar nicht im Detail ausführen, das findet ihr beim Martin ganz ausführlich.

Aber die Reaktion von Google lässt mich auch in das Horn tröten: Der Rubikon ist überschritten! Google hat ab jetzt gar keine Chance mehr, zum „Don’t be evil.“ zurückzukehren.

Google Beispiel: Der Hund "Chikoo" statt der Mac Software "Chikoo"

Google Beispiel: Der Hund "Chikoo" statt der Mac Software "Chikoo"

Wie finde ich das?

Lustig! Weil Google inzwischen die gleichen Fehler macht, wie die Giganten der Old Economy. Man versucht, Produkte an den Bedürfnissen der Kunden vorbei, in den Markt zu drücken.

Mein Beispiel – und auch die Beispiele, die Google nennt – sind haarsträubend und zeigen, wie weit man davon entfernt ist, Social Networks zu verstehen.

Wenn ich Bilder der Fußhupe meines Kumpels suche, gehe ich ganz sicher nicht zu Google und gebe „Whiskey“ ein. Das mache ich nur, wenn ich Lust auf Vollrausch, Kopf in der Kloschüssel und Murmelschmerzen habe.

Social Networks werden hauptsächlich zur Unterhaltung genutzt. Dort regieren die spektakulären Dinge: lustige Videos, Cartoons, Fotos, Sprüche. Wenn man eine Suchmaschine benutzt, hat man ganz andere Absichten. Und wenn ich nach „Atomkraftwerken“ suche, will ich ganz sicher nicht die Tittenvideos vom Jensi sehen, auch wenn die 2 Millionen Likes haben und er mein Lieblingssoftie ist.

Warum macht Google das?

Google zäumt das Pferd von hinten auf. Eine smarte Integration eines funktionierenden Social Networks würde bei einem kleinen Teil der Suchen sogar Sinn machen.

Aber Google+ funktioniert nicht. Und genau das ist das Problem. Imho erhofft sich Google durch die Integration mehr Aufmerksamkeit für das eigene Netzwerk.

Das wird – in Teilen – sogar funktionieren. Allein deshalb, weil SEOs in bestimmten Nischen versuchen werden, die Social Integration zu „exploiten“.

Fazit

Schön, das Google wieder am Kernprodukt arbeitet.

Besser wäre es am Hauptnutzen des Kernprodukts zu arbeiten. Ich feuere täglich unzählige Suchanfragen ab, um für unsere Artikel zu recherchieren. Und dabei habe ich noch nie so viele Splogs gefunden, wie das seit dem Panda-Update der Fall ist. Dieser Mist – und nicht die Suite101s dieser Welt – waren und sind das Problem.

Google wäre gut beraten, an der Suchqualität zu arbeiten. Die hat die Suchmaschine nämlich groß gemacht. Der Weg zur eierlegenden Wollmilchsau ist ein Irrweg.

Wenn das so weiter geht, sieht Google bald aus wie mySpace 😉

Update: Google bietet Twitter und Facebook Gespräche an. Wenn das allerdings von Anfang an die Strategie war: Facebook und Twitter zur Herausgabe ihrer Daten zu bewegen, würde mir das Google nur noch unsympathischer machen.

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