Krieg um die Onlinewerbung
Ex-Google-Mitarbeiter gründet Anti-Adblocker Firma

Foto: PHOTOCREO Michal Bednarek | Bigstock

Der Gegenschlag: Sourcepoint – Neue Kämpfer für das freie Internet.

Der Bursche war bei Google General Manager of Marketplace Development und wollte seine Ideen eigentlich bei Google umsetzen. Für Google hatte das Blockieren von Adblockern aber keine Priorität und so hat er seinen eigenen Laden gegründet und gerade 10 Millionen US-Dollar Finanzierung eingesammelt.

Ben Barokas – so heißt der Gründer – ist erst durch die Übernahme seiner letzten Gründung (Admeld) für 400 Millionen Dollar zu Google gekommen.

Sebastian Fiebiger: Yeaaah! Auch wenn Adblocker mit einer Installationsrate von 8,46 Prozent bei naanoo.com nicht wirklich ein Problem sind, geht mir die Denkweise dahinter gehörig auf den Puffer. Der Deal zwischen Seitenbetreibern und Nutzer lautet: „Du kriegst kostenlose Inhalte und wir die Werbeeinnahmen.“ Keine Ahnung, ob Leute mit Werbeblockern auch in den Zeitschriftenladen gehen und die Anzeigen rausreißen, im Restaurant aufstehen, ohne zu zahlen und den ganzen Tag umsonst arbeiten. Ist mir auch egal! Soweit ich ein wenig freie Zeit dafür habe, wird es auch bei uns für Nutzer von Adblockern keine Inhalte mehr geben.

Ich bin schon gespannt, ob Google dann auch dieses Unternehmen kauft.

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Alle Details zu Sourcepoint

Branchenprofis und Top-Investoren suchen nach Lösungen, um angesichts von Ad-Blockern das Verhältnis von Verlagen und Verbrauchern wieder ins Gleichgewicht zu bringen

NEW YORK, 18. Juni 2015 /PRNewswire/ — Sourcepoint wurde heute öffentlich als die erste Plattform für Vergütung von Inhalten für Premium-Verlage gestartet. Das Unternehmen wurde von einem Team aus Branchenprofis geschaffen. Dazu gehören Ben Barokas (Gründer und CEO von Admeld), Brian Kane (ehemaliger COO von LiveRail) und Geir Magnusson (ehemaliger CTO von AppNexus), zu denen sich noch die Serial Entrepreneure Jeroen Seghers, JP Carlucci und Matt Adkisson hinzugesellt haben. Zusammen mit dem öffentlichen Start hat Sourcepoint eine Series-A-Finanzierungsrunde im Wert von 10 Millionen US-Dollar bekannt gegeben, die durch Spark Capital und die Foundry Group, gemeinsam mit Greycroft und Accel Partners Europe, angeführt wurde. Eine Reihe anderer Technikunternehmer und Führungskräfte, wie Michael Barrett, Joe Zawadski, Jonah Goodhart und Matt Keiser, hat ebenfalls an der Runde teilgenommen. Der Start von Sourcepoint stellt die Quintessenz einer jahrelangen Bemühung um das Verständnis und die Bewältigung einer Reihe von Herausforderungen dar, denen das Werbeumfeld gegenübersteht und zu denen etwa der jüngste Anstieg beim Ad-Blocking gehört.

Premium-Verlage machen sich zunehmend Sorgen um ihre Fähigkeit, Umsätze mithilfe ihrer Inhalte zu erzeugen, vor allem angesichts des steigenden Drucks, der unter anderem durch den sprunghaft wachsenden Einsatz von Ad-Blockern und die unzureichenden Einnahmemöglichkeiten bei Mobilgeräten entstanden ist. Sourcepoint geht diese Probleme mit einer Plattform für die Vergütung von Inhalten an, die ein nachhaltiges Medienumfeld über eine faire Tauschbeziehung zwischen Verbrauchern und Verlagen unterstützt. Eine ganze Reihe von Unternehmen versucht, das Ad-Blocker-Problem anzugehen, aber sie kommen nur auf wenig intelligente Lösungen, bei denen lediglich eine vom Verlag gewünschte Werbung durch eine andere, qualitativ schlechtere ersetzt wird. Sourcepoint verfolgt einen anderen, ausgeglicheneren Ansatz, bei dem für Verlage wie für Verbraucher eine größere Auswahl bei der Vergütung angeboten wird.

„Die Verlage, mit denen wir zusammenarbeiten, erkennen, dass sie es mit einer existenziellen Krise zu tun haben“, sagte Barokas, CEO von Sourcepoint. „Bei dem Problem geht es um mehr als nur um Ad-Blocker – auch wenn die ein leichtes Ziel sind. Das Problem geht an die Wurzeln der Beziehung zwischen Verlagen und Verbrauchern. Es gibt ein stillschweigendes Einverständnis, einen Gegenwert – sei es in Form von Aufmerksamkeit oder in Form von Geld – für Inhalte, die die Leute wollen und an denen sie Spaß haben, zu zahlen. Ad-Blocker untergraben diesen Tausch, was Verlage dazu zwingt, ihre Strategien bei der Vergütung von Inhalten zu überdenken. Wir geben ihnen größere Flexibilität – und ihren Kunden mehr Wahlmöglichkeiten: Das ist der Mehrwert, den wir auf den Markt bringen.“

In den USA liegen die Raten beim Blockieren von Werbung derzeit zwischen15 und 20 Prozent, und sie steigen. In vielen europäischen Ländern liegen sie sogar noch höher, weswegen unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Allerdings darf keine der kurzfristigen Lösungen auf Kosten langfristiger Nachhaltigkeit gehen. Einfaches Aufheben des Blocking oder Ersetzen von Werbungen wird scheitern, wenn es darum geht, die Signale der Verbraucher zu erkennen oder zu respektieren. Den Verbraucher aus der Gleichung zu nehmen, hält einfach nur den Zustand aufrecht, der Leute dazu veranlasst, sich in erster Linie an Ad-Blocker zu halten. Sourcepoint gibt Verlagen die Möglichkeit, mit den Verbrauchern dabei zusammenzuarbeiten, eine Beziehung bei der Vergütung von Inhalten aufzubauen, die für alle funktioniert.

„Verlage sollten selbst die Kontrolle darüber haben, wie sie mit ihren Kunden in Verbindung treten und wie sie für ihre Inhalte bezahlt werden“, sagte Santo Politi, Mitgründer und General Partner von Spark Capital. „Solche Beziehungen können nicht auf einem einheitlichen Ansatz beruhen. Verlage mussten bislang wohl oder übel auf eine sehr beschränkte Auswahl von Vergütungsmodellen zurückgreifen. Sourcepoint wird nicht einfach deshalb erfolgreich sein, weil es das Problem der Ad-Blocker angeht, sondern weil es neue Einnahmealternativen anbietet, die den Verbrauchern eine größere Auswahl bei der Bezahlung für die von ihnen geschätzten Inhalte anbietet.“

Die sogenannten Millennials, eine der begehrtesten Zielgruppen bei der Werbung, sind auch diejenigen, die am ehesten Ad-Blocker installiert haben. Einer neuen Untersuchung von Sourcepoint zufolge übersteigt die Rate beim Einsatz von Ad-Blockern auf den vor allem von den Millennials besuchten Gaming- und Technikseiten die 50-Prozent-Marke. Die Daten von Sourcepoint basieren auf Analysen von Verlagen, die derzeit die Ad-block-Detection- und Analyse-Plattform des Unternehmens verwenden, und weisen in einigen Fällen Ad-block-Raten von 70 Prozent auf. Sourcepoint wird in den kommenden Wochen einen umfassenden Bericht zur Untersuchung über Ad-Blocking veröffentlichen.

„Verlage müssen das Ausmaß des Problems, dem sie ausgesetzt sind, verstehen“, sagte Seth Levine, Managing Director bei Foundry Group. „Und Sourcepoint hilft ihnen dabei, es zu tun. Verlage brauchen auch realistische und konkrete Handlungsoptionen, mit denen sie dieses Problem angehen können, und auch das bietet Sourcepoint. Am Ende wird sich das Angebot an Vergütungsalternativen dahin gehend auswirken, dass es auch weiterhin ein gesundes Umfeld für digitale Medien gibt. Und das ist ein Ziel, das alle unterstützen sollten.“

Über Sourcepoint

Sourcepoint hat seinen Hauptsitz in New York und verfügt über Niederlassungen in London und Seattle. Das Unternehmen stellt Premium-Verlagen bei der Vergütung von Inhalten Alternativen zur Verfügung, die einen offeneren, ausgeglicheneren und transparenteren Tausch von Wert und Gegenwert mit Verbrauchern fördern. Sourcepoint wurde von Technikprofis mit der finanziellen Unterstützung von Spark Capital, Foundry Group, Accel Partners Europe und Greycroft zu dem Zweck gegründet, den zunehmenden Herausforderungen, denen sich Premium-Verlage bei der Vergütung gegenübersehen, gerecht zu werden. Erfahren Sie mehr unter www.sourcepoint.com.


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