Börse
Aktiengott Mister DAX – Dirk Müller und der Dauercrash

Bild: sukmaraga | iStockphoto | Thinkstock

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Ich diskutiere wirklich gerne über die Finanzmärkte im Allgemeinen und die Börse im Speziellen.

Manchmal ertrage ich es auch mit Leuten zu streiten, die ihre Systemkenntnis allenfalls aus Bild und Spiegel beziehen und Stammtischweisheiten hartnäckig verteidigen. Aber was gar nicht geht, ist die „Götzenverehrung“, die an verschiedenen Stellen Dirk Müller alias Mister Dax entgegen gebracht wird.

Leute! Der Mann ist Bankkaufmann und durfte an der Börse als Kursmakler die Knöppsche drücken.

Und weil er so ein hübsches Bürschchen ist, haben DPA und Co. mit der Bazooka Canon draufgehalten. Die dadurch erlangte Prominenz reicht für Talkshowauftritte, Hausfrauenbücher und Börsenbrieflein.

Wer traden kann, tradet. Wer Börsenbriefe schreiben kann, schreibt Börsenbriefe.

… war schon Ende der 90er ein gern zitierter Satz unter Tradern. Dirk Müller ist ein Sympath mit tiefer Stimme und überzeugendem Auftritt. Aber seine Prognosefähigkeit ist unterirdisch. Seit Jahren versucht er, den Markt runterzulabern, beschwört ständig den Crash, den Zusammenbruch. Der DAX straft ihn Lügen. Seit leckeren 4000 Punkten.

Seine „Verschwörungstheorien“ über das Finanzsystem sind bestenfalls unterhaltsam.

Mister DAX ist ein prima Entertainer. Ich sehe ihn selbst gern. Aber ich würde keinen Cent auf seine Aussagen setzen.

Die Welt wird auch morgen nicht untergehen. Crashpropheten haben immer mal wieder recht. Wer täglich vom Crash spricht, liegt eben auch irgendwann mal richtig. Aber! Bullen haben IMMER recht! Mittelfristig kennen die Börsen nur eine Richtung. Von gaaaanz links unten nach gaaaanz rechts oben.

See you on the other side!

Wer das komplett anders sieht, wird sicher hier glücklich. Mit mir könnt ihr gerne über Börse reden. Auch wenn ihr andere – also falsche – Ansichten habt 😉 Aber bitte nicht mit 20 Müller-Zitaten im Gepäck. Da kriege ich hektische Flecken!
19 Kommentare
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Kommentare:
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  • 🕝 Anonymous

    Tradest Du wieder?

  • 🕝 Sebastian

    Nein. Jedenfalls nicht ernsthaft.

    Ab und zu – wenn ich mal wieder Lust darauf habe, schiebe ich ein paar DAX-,Öl- oder EUR/USD-Kontrakte hinterher. Aber das hat reinen „Spielcharakter“.

  • 🕝 Financer

    Deine teilweise berechtigte Kritik an Mr. Dax in allen Ehren, wo er recht hat ist, dass das Zinseszinssystem, auf dem unser Finanzwesen basiert, zwangsweise ca. alle 100 Jahre in den Totalcrash führen MUSS. Das ist eine mathematische Gewissheit, da es ein Exponentialsystem ist.

  • 🕝 Sebastian

    Das ist der größte Kappes, den er verbreitet. Diese These lässt schon historisch nicht halten.

    Solche Theorien – die auf starken Vereinfachungen und merkwürdigen Interpretationen basieren – lassen sich der Hausfrau verkaufen. Mit der Realität haben sie nichts zu tun.

    Für alle angeführten Probleme (Geldmengenwachstum, Umverteilung) gibt es gut funktionierende Lösungen.

  • 🕝 Financer

    Die „Theorien“ basieren nicht auf Vereinfachungen und Interpretationen sondern auf knallharter Mathematik. Und sehr wohl lässt sich diese „Theorie“ historisch untermauern. Es gab noch kein FIAT-Geldsystem das länger als 100 Jahre existiert hat. Der US Dollar ist erst seit 1971 nicht mehr Goldgedeckt und steuert gerade ebenfalls auf sein Ende zu. Eine Lösung für das Problem gibt es – einen Reset. Umverteilung etc.. sind temporäre Maßnahme um den Reset hinauszuzögern.

    Das Auseinanderklaffen von Arm und Reich zeigt es am Besten auf. Die Schere geht seit immer weiter auseinander. Genau das ist der Effekt und er lässt sich nicht aufhalten, bestenfalls hinauszögern oder abschwächen.

  • 🕝 Sebastian

    Ja, Du plapperst das schön nach. Dadurch wird es aber nicht richtiger.

    Ich weiß, dass Müller ein großer Fan gedeckter Währungen ist. Das war der Dollar vielleicht de jure. De facto war er das nie. Und das ist heute auch illusorisch.

    > Die “Theorien” basieren nicht auf Vereinfachungen
    > sondern auf knallharter Mathematik

    Unsinn!

    Er pocht auf zwei Dingen herum:

    – exponentielles Geldmengenwachstum
    – Umverteilung von „unten“ nach „oben“ ohne Rückverteilung

    … und im nächsten Moment malt er das Schreckgespenst der Inflation an die Wand.

    Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz. Bei steigender Inflation weichen eben auch die „hochverteilten“ / gesperrten Vermögen auf. Zugunsten der aktuellen Wertschöpfung. Das findet derzeit ja schon statt. (negativer Realzins)

    Und falls die hohen Absolutbeträge stören, bekommt man das mit einer Währungsreform vom Tisch. Das geldpolitische Äquivalent zum Aktiensplit.

  • 🕝 Financer

    >Er pocht auf zwei Dingen herum:

    >- exponentielles Geldmengenwachstum
    >- Umverteilung von “unten” nach “oben” ohne Rückverteilung

    Richtig -> Lässt sich schön durch ein mathematisches Modell darstellen.

    > Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz. Bei steigender Inflation weichen >eben auch die “hochverteilten” / gesperrten Vermögen auf. Zugunsten der aktuellen >Wertschöpfung. Das findet derzeit ja schon statt. (negativer Realzins)

    >Und falls die hohen Absolutbeträge stören, bekommt man das mit einer Währungsreform >vom Tisch. Das geldpolitische Äquivalent zum Aktiensplit.

    Die Inflation bereinigt das ganze nur „relativ“ wie du richtig schreibst. Somit trifft auch diese vor allem die Kleinsparer, da 1) ein Absinken des absoluten Vermögens von 10k auf 9k wesentlich mehr trifft als ein Absinken des Vermögens von 10milliionen auf 9millionen (immer noch superreich) 2) Kleinsparer in der Regel nicht ind er Lage sind, ihr Vermögen so anzulegen, die Inflation zu schlagen. Reiche und Großkapitalisten jedoch sehr wohl.

    Wie du richtig schreibst ist für die Absolutbeträge eine Währungsreform notwendig, also ein RESET. Genau davon rede ich die ganze Zeit und genau das sagt auch Dirk Müller.

  • 🕝 Sebastian

    > also ein RESET. Genau davon rede ich die ganze Zeit

    Nö! Du hast geschrieben: „zwangsweise ca. alle 100 Jahre in den Totalcrash führen MUSS“

    Und dem widersprach ich! Eine Währungsreform ist kein Totalcrash, sondern nur eine Nominalwertkorrektur, wie es sie schön häufig – auch bei gedeckten Währungen – gab.

    > wesentlich mehr trifft als ein Absinken des Vermögens

    Wieso? 10% sind 10%.

    > (immer noch superreich)´

    Ja, und der arme immer noch super-arm.

    Was willst Du mir sagen?

    Lies nochmal, was ich geschrieben habe:

    „Bei steigender Inflation weichen eben auch die “hochverteilten” / gesperrten Vermögen auf. Zugunsten der aktuellen Wertschöpfung. Das findet derzeit ja schon statt. (negativer Realzins)“

    … wir haben eine generelle Abwertung von Vermögen. Und damit eine direkt Aufwertung von Wertschöpfung. Ich habe gar nicht zwischen kleinen und großen Vermögen unterschieden.

  • 🕝 Martin

    Was ist eigentlich die Diskussion hier?
    Die Coolness von Mister Müller? Ob es einen Crash geben kann/wird oder nicht?

    > Mister DAX ist ein prima Entertainer. Ich sehe ihn selbst gern.
    > Aber ich würde keinen Cent auf seine Aussagen setzen.

    Schnucki, Du machst aber – zumindest im Posting – genau das Gleiche! 😉 … und es ist ja sogar dein erklärtes Ziel „den Leuten da draussen deine Meinung reinzudrücken“.

    Ok, Müller ist ein Crash-Prediger und er verdient daran. So wie Du gerade mit Comments und PI daran „verdienst“, dass wir darüber diskutieren was deine Meinung von Müllers Theorien ist.

    Vorschlag: wenn Du Müllers Theorien für Unsinn hältst, dann formuliere doch mal – wie du es im letzten Kommentar so schön begonnen hast – erschöpfend aus, wie deiner Meinung nach _die Realität_ aussieht!

    Eine vernünftige Diskussion gibt es IMO nur mit Fakten, Details… und die gibt es nur in der Tiefe und nicht an der Oberfläche! Daraus kann ich mir (oder ein Leser) sich dann ein Gesamtbild machen.

    > Mittelfristig kennen die Börsen nur eine Richtung.
    > Von gaaaanz links unten nach gaaaanz rechts oben.

    Das kommt irgendwie darauf an, zu welchem Zeitpunkt, Du an der Stelle ganz rechts „bist“, wieviel „Guthaben“ zu dem Zeitpunkt auf deinem Konto ist und wieviel Schrippen Dir dein Bäcker dafür dann aushändigt. Was ist zwischen ganz links und ganz rechts passiert?

  • 🕝 Financer

    >Ja, und der arme immer noch super-arm.
    >Was willst Du mir sagen?
    >Lies nochmal, was ich geschrieben habe:

    was ich damit sagen will, ist dass Inflation das Problem nicht beseitigt. Der Superreiche hat zwar auch real Wert verloren, aber der Zinseszinseffekt auf sein Vermögen wird auch weiterhin dafür sorgen, dass sein Vermögen mehr anwächst als das derer die nicht reich sind. Die Inflation löst also das Problem überhaupt nicht, sondern trifft ebenfalls nur den Normalverdiener wirklich.

    Eine Währungsreform ist definitiv als Crash des Systems zu betrachten. Und wenn sowas geschieht, in einem Gebiet wie dem Euroraum oder US-Dollar, dann hat das gewaltigte Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft.

  • 🕝 Sebastian

    > Schnucki, Du machst aber – zumindest im Posting – genau das Gleiche!

    Nö. Ich habe – im Posting – keine Prognose abgeliefert. Weder einen aktuellen Einbruch, noch Anstieg „vorhergesagt“. Mein Motto ist: Don’t predict, react.

    Und schon gar nicht, habe ich jemandem zum Handeln aufgefordert.

    > erschöpfend aus, wie deiner Meinung nach _die Realität_

    Wenn ich dazu Lust hätte, hätte ich es gemacht. Aber ich wollte meine Meinung zu Müller und Crashpropheten allgemein kund tun und nicht die Welt erklären.

    Immer schön locker rausbloggen … wenn Du einen Erklärbär brauchst, biste hier ganz grundsätzlich falsch 😉

    > Das kommt irgendwie darauf an, zu welchem Zeitpunkt, Du an der Stelle ganz rechts
    > “bist”, wieviel “Guthaben” zu dem Zeitpunkt auf deinem Konto ist und wieviel

    Nö! Die Börse (und über die habe ich geschrieben) interessiert sich einen Scheiß für Deinen Kontostand und Deine Schrippen.

  • 🕝 Financer

    Würde es eher als Klugscheissern bezeichnen was du gemacht hast. Wenn du Dirk Müller für besagte Theorien kritisierst solltest du schon handfest darlegen können warum das alles „Kappes“ sein soll.

  • 🕝 Sebastian

    > aber der Zinseszinseffekt auf sein Vermögen wird auch weiterhin dafür sorgen,
    > dass sein Vermögen mehr anwächst als

    Bei negativem Realzins? Dann kann er zaubern. Oder das Geld pflanzt sich heimlich fort.

    > sondern trifft ebenfalls nur den Normalverdiener wirklich

    Quark. Kennzeichen einer Inflation sind ja gerade steigende Gehälter. Der VERDIENER gewinnt. Da ist es, was ich versucht habe, Dir zu erklären.

    Vermögen verliert – Wertschöpfung gewinnt

    Vermögen = Scheinchen auf dem Konto
    Wertschöpfung = Löhne, Gehälter, Gewinne

    > Eine Währungsreform ist definitiv als Crash des Systems zu betrachten

    Was für ein Unsinn! Wenn sich der Nominalwert verkürzt, passiert gar nichts. Hast Du doch schon erlebt. DM -> EUR -> rund 2:1. Und ist alles zusammengebrochen? Nö!

    Merkste was?`

    Gibt für all das schon historische Vorbilder en masse.

  • 🕝 Sebastian

    > Würde es eher als Klugscheissern bezeichnen

    Warum machst Du es dann nicht?

    > solltest du schon handfest darlegen können

    Kann ich!

  • 🕝 Financer

    >Bei negativem Realzins? Dann kann er zaubern. Oder das Geld pflanzt sich heimlich fort.

    Einen negativen Realzins gibt es nicht dauerhaft sondern nur temporär.

    >Quark. Kennzeichen einer Inflation sind ja gerade steigende Gehälter. Der VERDIENER >gewinnt. Da ist es, was ich versucht habe, Dir zu erklären.

    Na das sind ja Aussagen… lol Inflation ist positiv für den Normalverdiener… alles klar 😉

    >Eine Währungsreform ist definitiv als Crash des Systems zu betrachten. Gibt für all das schon historische Vorbilder en masse.

    Ja soll ich die jetzt aufzählen? Das kommt auf den 1. Grund der Währugnsreform und 2. Die Art der Währungsreform an. Ich rede hier nicht von Währungsumstellung. eine Währungsreform aufgrund eines Staatsbankrots in der Euro Zone z.b. Deutschland oder Hyperinflation ist hatl einfach mal ein Total Crash.

  • 🕝 Sebastian

    > Ich rede hier nicht von Währungsumstellung. eine Währungsreform
    > aufgrund eines Staatsbankrots in der Euro Zone

    Du vielleicht nicht. Ich aber schon. ICH habe die Währungsreform ja als Lösung für hohe Nominalwerte ins Spiel gebracht.

    > z.b. Deutschland oder Hyperinflation ist hatl einfach mal ein Total Crash.

    Haben wir aber nicht! Und sehe ich auch nicht.

    Es gibt auch nur ENTWEDER Umverteilungsproblem / geblockte Vermögen ODER Hyperinflation. Sie schließen sich einander aus 😉

  • 🕝 Financer

    >Kann ich!

    Sehe nix davon 🙂 Mach es doch wie Martin vorgeschlagen hat und weihe uns ein in dein Wissen.

  • 🕝 Financer

    inflation. Sie schließen sich einander aus

    Sie schließen aus, aber ich habe hier Szenarien aufgelistet, die als Total Crash zu betrachten sind.

  • 🕝 Sebastian

    > Total Crash zu betrachten sind

    Das habe ich verstanden. Aber es war ja nicht die Fragestellung, was Du als Totalcrash bezeichnest, sondern ob ein Totalcrash in unserem Geldsystem unausweichlich ist, wie Du behauptest.

    Und wenn wir aktuell ein Verteilungsproblem haben – spricht geblockte Vermögen, bekommen wir halt keine Hyperinflation und vice versa.

    > Sehe nix davon

    Das liegt vielleicht auch daran, dass Du es nicht sehen willst.

    Es ist immer schwerer zu beweisen, dass es etwas nicht passiert (Crash) als einfach mal in den Wind zu behaupten, dass es passieren wird.

    Ich denke, ich habe ganz gut dargelegt, welche Logikfehler dem Denken, dass unser Geldsystem zwangläufig in einen Crash läuft, zugrunde liegen.

    Das kann man verstehen. Muss man aber nicht.

    Meine Motivation, hier den Erklärbär zu spielen und jedem meine Meinung aufzudrängen hält sich in gewissen Grenzen.

    Mir ist es im Grunde ziemlich wurst, was Du – oder wer auch immer – denkt. Für mich ist mein Blog primär ein Instrument, meine Meinung ungefragt rauszurotzen. Wenn sie falsch verstanden wurde, helfe ich nach.

    Aber wenn meine Argumentation richtig verstanden wurde und die „Gegenseite“ einfach anderer Meinung ist, ist das auch schick.

    Muss ja nicht jeder meiner – also der richtigen – Meinung sein 😉

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