Fotografie
UV-Filter und Bildqualität: Teuer vs. Billig

Ich versuche, wann immer es geht, auf einen Filter zu verzichten

Ich versuche, wann immer es geht, auf einen Filter zu verzichten

Am Thema „UV-Filter“ scheiden sich die Geister. Während die Einen sich strikt dagegen aussprechen, den Strahlengang mit einem zusätzliches Glas zu „verschmutzen“, schrauben andere Fotografen die Dinger auf jedes Objektiv. Einigkeit besteht darüber, dass die Filter an modernen Digitalkameras keinen optischen Nutzen erzielen. Das Spektrum wird von den modernen Sensoren sowieso um die nicht-sichtbaren Bereiche beschnitten. Ein „UV-Blocker“ vor dem Objektiv bringt keine optischen Vorteile. Filter-Befürworte führen vor allem die Schutzwirkung als Argument ins Feld.

Verschlechtert ein UV-Filter die Bildqualität?

Der Lichtverlust eines gängigen UV-Filters ist kaum messbar und beim flüchtigen Bildvergleich in „normalen“ Aufnahmesituationen wird man selten große Unterschiede zwischen Aufnahmen mit und ohne Filter entdecken.

Aber! Gerade in kritischen Lichtsituationen mit Streu- und Gegenlicht offenbaren insbesondere preiswerte UV-Filter ihre Schwächen. Ich habe selbst mal eine Testreihe mit verschiedenen Filtern gemacht. Die Unterschiede sind gigantisch. Bei billigen Filtern produziert man bei Gegenlicht teilweise derart flaue Bilder, dass sie für „normale Zwecke“ gänzlich unbrauchbar sind. Ich habe inzwischen 2 solcher Billig-Filter, wenn ich bewusst solche Effekte hervorrufen will.

Nachts in typischen „Lens Flare“-Situationen kommen minderwertige Filter ebenfalls schnell an ihre Grenzen und produzieren riesige Flares. (hier gibt es eine ganz gute Testreihe, in der viele Filter verglichen werden)

Wer Probleme mit dem Autofokus hat, sollte in jedem Falle mal testweise den Filter abschrauben. Das hat in einigen Fällen schon Wunder gewirkt.

Billig vs. Teuer

Einen ganz witzigen Test hat Roger von lensrentals.com durchgeführt. Er hat 50 UV-Filter vor ein Objektiv geschraubt und die Bildqualität mit einer Aufnahme ohne Filter verglichen. Dass dieser Test mit einem desaströsen Ergebnis endete, dürfte niemanden verwundern.

Interessanter war da schon das zweite Experiment, in dem er 5 Billigfilter gegen 5 hochwertige Filter antreten lies.

Fazit

Wenn UV-Filter, dann hochwertige! Ich versuche, wann immer möglich, auf den Einsatz eines UV-Filters zu verzichten. Ich schraube die Dinger nur dann auf meinen Objektiv, wenn ich ihre Schutzwirkung brauche. Die Streulichtblende ist der deutlich bessere Objektivschutz, der ganz im Gegensatz zum UV-Filter die Bildqualität verbessert. Meine „guten“ Filter sind „HD“ oder „Pro1“ von Hoya.

1 Kommentar
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es erst 1 Kommentare. Schreib uns Deine Meinung!
  • 🕝 marc

    Hi Sebastian,

    den Hoya Pro1D kann ich nicht empfehlen – er läßt sich einfach
    zu schlecht reinigen, wesentlich besser & hier seit Jahren in Verwendung ist mein Hoya aus der HD Serie, dessen Multicoating hat einen Lotusblüten Effekt, ferner sind die UV Filter von B+W (Nano XS Pro – aehnlich Hoya HD) oder die einfache Ausführung mit der F-Pro Fassung, ebenfalls MC,
    empfehlenswert, sowie die UV Filter von Carl Zeiss.

    Gruß
    Marc

Dein Kommentar:
« Die richtige Bildauswahl
» Auch peinliche Bilder sind zum Zeigen da!