Keine Toleranz der Intoleranz
Verbot von Burka und Nikab in Deutschland?

Foto: meunierd / Shutterstock

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Obwohl ich selbst keiner Religionsgemeinschaft angehöre und mein „ganz eigenes“ seltsames Bild der Welt pflege, bin ich normalerweise recht tolerant, was andere Religionen angeht. Mich nerven bspw. Kirchenhasser, die sich im Internet gerne als „Humanisten“ titulieren und damit den Ruf des Humanismus beschmutzen, humanistische Ideen mit Füßen treten.

Aber: Burka geht gar nicht!

Bei Burkas im öffentlichen deutschen Leben ist meine Toleranzschwelle allerdings überschritten. Mir ist das in letzter Zeit in Berlin zunehmend unangenehm aufgefallen. Ich empfinde es als Respektlosigkeit gegenüber unserer Kultur, sein Gesicht zu verhüllen. Was für Besucher noch in Ordnung geht mag, ist für Menschen, die sich als Immigranten eigentlich in unsere Gesellschaft integrieren sollten, unakzeptabel.

Burka-Verbote in Europa

Schweiz (Teilverbot / Kanton Tessin)
Belgien (landesweites Verbot)
Niederlande (landesweites Verbot)
Frankreich (landesweites Verbot)
Italien (landesweites Verbot)
Spanien (Teilverbot in einigen Städten)

Der Bundestag hat ein Gutachten zu einem Burka-Verbot in Auftrag gegeben. Das kommt zu dem Ergebnis, dass ein solches Verbot verfassungswidrig wäre.

16 Kommentare
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Kommentare:
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  • 🕝 Martin

    Deine Intoleranz überschreitet meine Toleranzschwelle.

  • 1. Ist mir egal.
    2. In Deutschland ist selbst ein Burka Verbot mehrheitsfähig.
    3. Vielleicht machst du auch den Fehler Toleranz mit Gleichgültigkeit zu verwechseln

  • 🕝 Martin

    > 1. Ist mir egal.

    Hatte ich erwartet 😉

    > 2. In Deutschland ist selbst ein Burka Verbot mehrheitsfähig.

    Wäre aber verfassungswidrig. So. Tolle Argumentation.

    > 3. Vielleicht machst du auch den Fehler Toleranz mit Gleichgültigkeit zu verwechseln

    IMO fängt Toleranz da (an der Schwelle) an, wo irgendeine persönliche Befindlichkeitsgrenze überschritten wird…. es eben nicht mehr egal oder gleichgültig ist.

  • > Wäre aber verfassungswidrig. So. Tolle Argumentation

    Ich wollte damit nur illustrieren, dass ich keine Außenseiter-Meinung vertrete. Ich habe nicht mal ein Verbot gefordert. Ich mag Verbote generell nicht und denke, das kann man auch anders regeln.

    Und wenn meine „Intoleranz“ schon Deine Toleranzgrenze sprengt, dann musst Du Dich in der Gesellschaft dieses Landes, in dem es eine Mehrheit für viel weitreichendere Konsequenzen gibt, ja großartig fühlen 😉

    > IMO fängt Toleranz da (an der Schwelle) an, wo irgendeine persönliche

    Da sind wir einer Meinung. Aber. Sich für tolerant(er) zu halten, nur weil einem XY am Anus vorbeigeht, ist halt nicht so furchtbar schlau.

    Im Falle der Burka geht es halt um mehr als ein Kleidungsstück. Und wer die dahinterstehende Ideologie „toleriert“, ist imho Vieles. Aber nicht tolerant.

  • 🕝 Chris

    Hmmm – ich persönlich mag jede Form der Religion nicht und bin auch für eine striktere Trennung von Staat und Kirche als bisher gegeben.

    Jedoch sehe ich zunehmende Verbote kritisch und würde mir auch ungern vorschreiben lassen, wie ich mich zu kleiden habe. Wenn ich meine, ich gehe mit Gesichtsmaske (Bsp: Sanger Cro) oder verhülle mich – dann mag ich nicht, dass mir dies durch ein Gesetzestext untersagt wird.

    Allerdings: Wenn ich in andere Länder reise, versuche ich auch deren Kultur nicht mit Füßen zu treten und verhalte mich entsprechend angepasst, da ich Gast bin.

    Die Frage ist nur: Sieht das der Burkaträger – die Trägerin ebenso und inwieweit ist eine Störung anderer durch Kleidung überhaupt gegeben?

  • > mir dies durch ein Gesetzestext untersagt wird

    Ja, ein Verbot ist der falsche Weg. So ein Gesetz bringt immer Kollateralschäden mit sich.

    > Wenn ich in andere Länder reise, versuche ich auch deren Kultur

    Das meinte ich u.a. mit „keine Toleranz der Intoleranz“. Wenn ich mit einer Bockwurst und ’ner Pulle Bier in der Hand … de Mandy im Minirock und die schwulen Bengels dabei, durch Saudi-Arabien schlendere, gibt es dafür mit Sicherheit weniger Verständnis als für die Burka in Deutschland.

    > eine Störung anderer durch Kleidung überhaupt gegeben?

    Solange es Einzelfälle sind, vermutlich nicht. Aber wenn der Anteil steigt ist eine komplette Vermummung schon für viele Menschen beängstigend. Nicht nur in unserem Kulturkreis. Auch in vielen muslimischen Ländern wird die Burka nicht mehr als angemessen angesehen und mit Teilverboten (bspw. in öffentlichen Gebäuden) belegt.

    Und natürlich kommt bei der Burka auch eine gesellschaftliche Aussage hinzu. Sie steht für die Unterdrückung der Frau, das Rechtssystem der Scharia etc.

  • 🕝 Martin

    @Basti:

    Und wenn meine “Intoleranz” schon Deine Toleranzgrenze sprengt, dann musst Du Dich in der Gesellschaft dieses Landes, in dem es eine Mehrheit für viel weitreichendere Konsequenzen gibt, ja großartig fühlen 😉

    Du siehst es als intolerant an, wenn jemand sein Gesicht vor dir versteckt (aus ideologischen / religiösen Gründen). Du hast ein Problem mit denen, nicht die mit dir. Es ist Deine Toleranzschwelle. Darauf wollte ich mit dem selbstbezogenen und im übrigen genauso selbstkritischen Einzeiler hinweisen, aber okay.. war zu kompliziert.

    Aber. Sich für tolerant(er) zu halten, nur weil einem XY am Anus vorbeigeht, ist halt nicht so furchtbar schlau.

    Von wem genau sprichst Du?

    Im Falle der Burka geht es halt um mehr als ein Kleidungsstück. Und wer die dahinterstehende Ideologie “toleriert”, ist imho Vieles. Aber nicht tolerant.

    Achso. Jetzt geht es also nicht mehr um die Tolerierung des Kleidungsstücks, sondern um die Ideologie. Sag das doch gleich. Nur… gibt es da ein kleines Problem: die Ideologie kannst Du nicht verbieten.

  • > übrigen genauso selbstkritischen Einzeiler hinweisen, aber okay.. war zu kompliziert

    Du verstehst „dicke Russen“ nicht und erwartest von mir, dass ich in Deinem Einzeiler ganz „unkompliziert“ eine selbstreflektierende Weltsicht erkenne?

    > nicht die mit dir

    Da bin ich mir nicht so sicher 😉

    > die Ideologie kannst Du nicht verbieten

    Ich will weder das Kleidungsstück noch eine Ideologie verbieten. Aber für Dich wiederhole ich es gerne nochmal ganz unmissverständlich: Ich bin gegen ein Verbot.

    Trotzdem können wir das sozial ächten. Genau wie wir das mit Hirnis machen, die mit Nazisymbolik durch die Stadt trampeln. Aus deren Köpfen kriegen wir den Matsch auch nicht raus. Aber wir bekommen ihn eben (halbwegs) von unseren Straßen.

  • 🕝 Martin

    Ich will weder das Kleidungsstück noch eine Ideologie verbieten. Aber für Dich wiederhole ich es gerne nochmal ganz unmissverständlich: Ich bin gegen ein Verbot.

    Danke. Das hast Du im Beitrag nicht geschrieben.

    Trotzdem können wir das sozial ächten. Genau wie wir das mit Hirnis machen, die mit Nazisymbolik durch die Stadt trampeln. Aus deren Köpfen kriegen wir den Matsch auch nicht raus. Aber wir bekommen ihn eben (halbwegs) von unseren Straßen.

    Wir? Aus welchem Nazikopf hast Du denn zuletzt Matsch rausbekommen?

  • > Das hast Du im Beitrag nicht geschrieben.

    Doch: „Was für Besucher noch in Ordnung geht mag, ist für Menschen, die sich als Immigranten eigentlich in unsere Gesellschaft integrieren sollten, unakzeptabel.“

    > Aus welchem Nazikopf hast Du denn zuletzt Matsch rausbekommen?

    Das Wort „nicht“ hat in der deutschen Sprache eine ganz entscheidende Bedeutung:

    “ Aus deren Köpfen kriegen wir den Matsch auch nicht raus. „

  • Jetzt hat sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Thematik beschäftigt:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gerichtshof-fuer-menschenrechte-frankreichs-burka-verbot-ist-rechtmaessig-1.2025475

    Das Votum des Gerichts ist eindeutig. Ein Burka-Verbot verstoße nicht gegen Menschenrechte. Es sei legitim, wenn eine Gesellschaft mit solchen Regelungen die Voraussetzungen für ein Zusammenleben in der Gesellschaft wahren wolle.

  • 🕝 Chris

    Dennoch hoffe ich, dass sich ein Staat nicht zu solchen Mitteln genötigt fühlt.

  • Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren ein EU-weites Verbot haben. In vielen Ländern wird schon seit langem dafür getrommelt. Wenn die rechtlichen Hürden fallen, wird das umgesetzt.

    Der Herr Herzinger findets gut:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article129678384/Auch-Deutschland-sollte-die-Burka-verbieten.html

  • 🕝 Wolf

    Burka ist Totalverschleierung – und die ist meines Wissens verboten. Außerdem,
    mit Burka ist es ein Leichtes, sich und Waffen (Sprenggürtel etc.) zu
    verstecken. Wer sich vollverschleiern will, soll dahin gehen wo er/sie herkam –
    es werden von Politik und ihren Medien ständig und monströs die europäischen
    westlichen Werte aufgebläht – Burka gehört sicher nicht dazu. Es ist doch so,
    unsere Politiker verbeugen sich vor der Intoleranz des Islam-habe fertig.

  • 🕝 Charly

    Ihr redest Euch die Köpfe heiß wegen Toleranz, Toleranzschwelle und Intoleranz, das kann jeder für sich selber entscheiden, aber hier geht es nicht um Einzelmeinungen, sondern um eine generelle Anpassung.
    Von mir aus kann jeder auch jeder machen was er will, besonders beim Glauben, der muss aber, bitte schön, so wie es bei uns im Grundgesetz steht – PRIVATSACHE – sein und bleiben. Jeder kann in seinen 4 Wänden beten so lange und so viel er will, auch in die Kirchen gehen, oder was sonst so in den jeweiligen Religionen üblich ist, aber nicht hier Moscheen bauen wollen, mit Minaretten, von denen ein Muezzin mit den Kirchenglocken wetteifert wer lauter ist. Ich will das nicht in meiner Reichweite haben und genau so wenig wandelnde schwarze Gestalten, mit bodenlange Lappen und Vollverschleierung. Hier gibt es ein Vermummungsverbot, warum also diese Diskussionen, denn eine Burka fällt zu 100 % darunter.
    Ist Euch mal so eine Gestalt unverhofft begegnet ? Man erschreckt sich schon als Erwachsener, denn man kann NICHT erkennen wer da drunter steckt, da passt ein ganzes Waffenarsenal drunter und wenn das nicht konsequent verboten wird, finden die nächsten Banküberfälle alle mit einer Burka statt. Dann brauchen wir keine Überwachungskameras mehr.
    Wer seinen Glauben so ausleben will, der sollte zu Hause bleiben, denn wer nicht bereit sich anzupassen, der hat hier nichts zu suchen und muss hier auch nicht durchgefüttert werden. Hier muss sich auch keine Frau so einpacken damit sie nicht von Männern belästigt, jedenfalls nicht von unseren.

  • 🕝 Helge

    Burka ja aber! Da das Recht nicht teilbar – in moslemisch und christlich oder Atheisten – ist haben alle Personen die sich in Deutschland aufhalten „Frau, Mann oder Bisexuelle“ das Recht auf tragen einer Burka oder sonstige Vollverschleierung. Das wäre etwas Neues und Gewöhnungsbedürftiges aber rechtlich nicht zu beanstanden. Trifft man in der deutschen Öffentlichkeit auf Million verschleierte Menschen müssen diese Personen wenn sie sich in öffentlichen Gebäuden wie Ämtern, Schulen, Gerichten usw. begeben die Vollverschleierung abstreifen. Hurra !!!!!!!!! wir haben die Gleichberechtigung in Sachen Vollverschleierung.

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