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Musik

Freiwild vs. Böhse Onkelz – Linksliberale Blogger auf der Suche nach leichter Beute

Foto: iStockphoto | Thinkstock

Foto: iStockphoto | Thinkstock

Weil das Thema gerade wieder durch die Blogosphäre gekegelt wird, muss ich nochmal ein paar Sätze dazu absondern.

Erstmal der kurze Rückblick zur Einordung:

  • Die Böhsen Onkelz – eine deutsche Rock-Band – mussten in ihrer 25-jährigen Bandgeschichte immer wieder mit dem Vorwurf der Rechtsradikalität kämpfen, obwohl die Texte weitgehend unpolitisch waren und sich die Band mehrfach von politischem Extremismus jeglicher Art distanziert hat. (Konzertansagen, TV-Auftritte, Cover-Aufdrucke, Gegen-Rechts-Konzerte etc.)
  • Frei.Wild – eine Band aus Südtirol – wird ebenfalls wegen ihrer angeblich rechtsradikalen Gesinnung kritisiert und gelegentlich öffentlichkeitswirksam wahlweise instrumentalisiert oder boykottiert.4 Auch Frei.Wild distanziert sich vom Nationalismus – sowohl in persönlichen Statements als auch in Songtexten.

Was ist jetzt passiert?

Die Veranstalter des With Full Force-Festivals hatten Frei.Wild gebucht:

„Das With Full Force stehe für für Toleranz, man beteilige sich nicht an Hexenjagden und freue sich, die Band zum Jubiläum erneut präsentieren zu können.“6

Daraufhin sprangen mehrere Sponsoren – u.a. Jägermeister und Visions – ab.5,7 Frei.Wild hat daraufhin den Auftritt abgesagt. Der Sänger der Band nimmt dazu wie folgt Stellung:

“Wir spielen dort, wo man sich ungetrübt auf uns freut. Wir suchen nicht die Auseinandersetzung mit unseren Gegnern auf Gedeih und Verderben. Am meisten tut es uns für unsere Fans leid. Unser Publikum ist großartig und kennt unsere Positionen, teilt sie und fällt nicht auf die Stimmungsmache einiger Medien herein. Die Vorwürfe sind alte Hüte mit faulen Löchern, die aber scheinbar bis heute nicht an medialer Brisanz verloren haben, leider.”1

Und nun … endlich, meine 2 Cent:

Ich halte Frei.Wild nicht für eine Naziband. Das wird bei genauem Hinschauen auch schnell klar.2,3

Aber!

Mich stört es trotzdem, dass man die Onkelz und Frei.Wild in einen Topf wirft. Die Bands sind imho elementar verschieden:

Patriotismus
Bei Frei.Wild ein zentrales Thema, bei den Onkelz überhaupt nicht.

Religion
Der christliche Glaube wird bei Frei.Wild hoch aufgehängt. Die Onkelz sind dezente Kirchenkritiker.

Lebensentwurf
Die Onkelz plädieren für ein aufrechtes, selbstbestimmtes Leben und das Verfolgen der eigenen Ziele, ohne dabei eigene Fehler und Vergangenheit aus den Augen zu verlieren. Frei.Wilds Lebensbild ist in meinen Augen noch sehr unvollständig. Wenn man die Geschichte einer Band als kindliche Entwicklung sieht, befinden sich die Jungs wohl noch in der „Trotzphase“.

Ich will das gar nicht werten. Musik ist Geschmackssache. Meines Erachtens kann man beide Bands ohne allzu schlechtes Gewissen hören.
Foto: Photodisc | Thinkstock

Foto: Photodisc | Thinkstock

Wenn Sponsoren Frei.Wild boykottieren, ist das eine legitime Entscheidung, die ich aus wirtschaftlichen Erwägungen sogar nachvollziehen kann. Nur sollte man den Boykott dann nicht ausgerechnet damit begründen, dass „Toleranz“ zu den Unternehmenswerten gehört.

Blogosphäre:

Die meisten Blogger würde ich – wie auch große Teile unserer traditionellen Medienlandschaft – dem Linksliberalismus zuordnen. Das führt leider allzu häufig zu recht undifferenzierten Prügelattacken gegen alles, dass sich rechts davon verorten lässt. Da wird der Wirtschaftsliberale eben schnell zum Ausbeuter, der Israelkritiker zum Judenhasser und der Patriot zum Neonazi.

Aber hey! Das muss man aushalten können!


[1] Kraftfuttermischwerk – Frei.Wild sagt den umstrittenen Gig ab
[2] Fernsehkritik.tv – Freiwild fürs Fernsehen
[3] Aspekte – Sendung über Frei.Wild
[4] mybasti – Jennifer Rostock vs. Freiwild & Böhse Onkelz
[5] Der Westen – Jägermeister stoppt Festival-Sponsoring wegen Frei.Wild-Auftritt
[6] Der Westen – Frei.Wild darf bei Metalfestival „With Full Force“ auftreten
[7] Visions – With Full Force – Mit Frei.Wild, ohne uns

Andere Blogs zum Thema:

Publikative – Kein Jägermeister für Frei.Wild
Ruhrbarone – Update II: With Full Force: Frei.Wild sagen Festival-Auftritt ab!

4 Kommentare
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Kommentare:
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Zu diesem Beitrag gibt es schon 4 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 Anonymous

    Ich lese selten, dass Frei.Wild als Nazis bezeichnet werden. Eher nennt man sie Nationalisten. Ein sehr wichtiger Unterschied. Die politische Vergangenheit von Philipp Burger und die Aussagen einiger Texte lassen daran keinen Zweifel. Mehr noch stört mich aber die ständig herbeigeredete Opferrolle der Band und die fanatische Suche nach Feindbildern. Das haben Sie ja schon sehr gut übernommen. Die Erklärung zur Festivalabsage kann als typisches Beispiel genommen werden. Alle Medien sind also linksliberal? Fallen Ihnen keine Unterschiede in der Berichterstattung zwischen FAZ, ZEIT und TAZ auf?
    Versuchen Sie einmal, sich differenzierter mit dem Thema auseinanderzusetzen und gehen Sie auf die Kritik ein. Ihre Unterscheidung von Böhse Onkelz und Frei.Wild halte ich für richtig und wichtig.

  • 🕝 Sebastian

    > Ich lese selten, dass Frei.Wild als Nazis bezeichnet werden

    Das habe ich zwar nicht behauptet, sondern: Achtung Zitat: “ ihrer angeblich rechtsradikalen Gesinnung kritisiert“

    Aber ich helfe trotzdem gerne:
    https://www.google.de/search?q=frei+wild+nazi

    > Alle Medien sind also linksliberal?

    Ich sagte. Achtung Zitat: „auch große Teile unserer traditionellen Medienlandschaft“.

  • 🕝 Zervelatwurst

    Wenn du bei der Taz das liberal streichst, stimmts doch wieder

  • 🕝 Sebastian

    Ja.

    TAZ, Neues Deutschland und Junge Welt sind schon recht weit vom Liberalismus entfernt.

    Da werden schon mal Diktatoren bejubel oder betrauert.

    In jedem Fall werden dort ganz klar politische Kampagne – bspw. gegen Angela Merkel – gefahren. Mit die neutralem Journalismus hat das nicht zu tun.

    Die TAZ verpackt das allerdings so gut, dass es nur bei genauem Hinsehen auffällt.

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