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Social Media

Mach’s gut, Facebook. Es war schön mit Dir!

Sebastian Fiebiger

Sebastian Fiebiger

Facebook war in den letzten 12 Jahren mein „virtuelles Zuhause“. Der Ort, an dem ich mich mit meinen Netzfreunden „getroffen“ habe, Gedanken ausgetauscht und die Probleme der Welt diskutiert habe. Wir haben gelacht, gestritten und intolerante Menschen auf die „Palme gebracht“. Das endet. Genau jetzt.

Lesezeit: 2 Minuten

Was ist passiert?

Jemand hat am Freitag einen Videobeitrag der vom Verfassungsschutz als „linksextremistisch“ eingestuften Antifa gepostet, in dem der Protagonist Pegida-Demonstranten provoziert. Diese reagieren im Rahmen ihrer intellektuellen Möglichkeiten. Kommentiert wurde das Video mit:

„So sehen sie aus, die Pegida-Fans und AfD-Wähler.“

Gegen diese Pauschalisierung – die Millionen AfD-Wähler mit den gezeigten Demonstranten gleichsetzt – habe ich mich mit den Worten:

Ja, „die“ sind natürlich „alle so.“ Genau wie sich jeder Flüchtling in die Luft sprengt.

ausgesprochen. Ich wollte zeigen, wie dumm es ist, Menschen pauschal zu verurteilen, die eine andere Meinung haben. Gerade auch, wenn man sich sonst genau dagegen ausspricht.

Die Geschehnisse in einem Bild

Die Geschehnisse in einem Bild

Dafür habe ich eine Facebook-Sperre bekommen. Zunächst dachte ich, diese sei automatisch erfolgt und der zugrunde liegende Algorithmus erkenne keine Ironie. Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass dieser Kommentar als „Hassrede“ gemeldet wurde.

Herzlichen Glückwunsch!

Lieber Melder, Du hast es geschafft. Ich werde mich künftig nicht mehr an politischen Diskussionen auf Facebook beteiligen. Ich brauche meinen Facebook-Account beruflich und kann keine Sperre riskieren. Du kannst also künftig ungestört von meiner Kritik Deine Pauschalisierungen äußern, Menschen diffamieren und damit die Spaltung dieser Gesellschaft vorantreiben.

Ich mag die AfD nicht

Ich bin so weit davon entfernt, die AfD zu mögen, wie es nur irgendwie geht. Als Mitglied der Piratenpartei trete ich für eine offene und liberale Gesellschaft ein. In der aber eben auch Jeder seine Meinung äußern kann und von Pauschalisierung und Diskriminierung verschont bleibt.

Passend zum Thema

Nur noch 18 Prozent der Deutschen glauben, es gäbe in der Öffentlichkeit echte Meinungsfreiheit.

Kommentare:
  • Markus

    Leider kann man auf Facebook schon lange nicht mehr (konnte man es je) vernünftig diskutieren. Für mich ist Facebook auch nur noch „Mittel zum Zweck“ aus beruflichen Gründen. Schade eigentlichen, aber so ist eben unsere Gesellschaft.

  • Sebastian

    Es regiert die Empörungskultur und Schubladendenken zwischen „Nazi“ und „Gutmensch“ oder „Greta-Fan“ und „Klimakritiker“. Für Zwischentöne ist wenig Platz.

    Das gehört wahrscheinlich zum Diskurs dazu. Aber wenn Facebook willkürlich Leute aus dem Rennen nimmt (Erich Honecker war auch einige Zeit gesperrt), dann wird es unangenehm.

    Zeigt auch einmal mehr, wie gefährlich Monopole sind.

  • Dauerleser

    Gefällt mir – nicht.

    Und wieder ist eine Stimme auf FB weg, die zwar oft polarisiert, aber auch abliefern kann, wenn es um die Darstellung der *Gründe* geht, die zur jeweiligen Sichtweise geführt hat und zugleich offen für Argumente bleibt, wie sich oft gezeigt hat.

    In *Zahlen* lässt sich das sicherlich nicht so einfach ausdrücken – dass die Diskussionen zum Nachdenken und zur Meinungsbildung vieler (Mit)Leser und -Diskutanten beigetragen hat, ist jedoch oft mehr als deutlich geworden.

    Unliebsame Zwischentöne oder Kritikpunkte werden immer häufiger einfach weggebügelt. Algorithmen können bisher kaum entscheiden, ob etwas Ironie, Sarkasmus oder blinde Hetze darstellt (wie sie auch jetzt nach wie vor im Überfluß auf FB zu finden ist).

    Für den gesellschaftlichen Diskurs ist solch eine Entwicklung nicht hilfreich – leider ist aufgrund der aktuellen Entwicklung zur Radikalisierung und Lagerdenken auf allen Kanälen (höher, schneller, weiter -> Klick) eher im Aufwind. Und die Gesamtsituation für die freie Meinungsäußerung scheint auch nicht besser zu werden, wie die aktuellen Pläne der EU-Kommission mit häßlichen Schatten vorauswerfen.

    Bleibt nur: nicht verzagen und andere Wege zu finden, um den Austausch der Meinungen zu fördern und das kostbare Gut der freien Meinungsäußerung hochzuhalten. Damit auch morgen noch derjenige etwas sagen darf (und kann!), dessen Meinung ich selbst zu 100% ablehne. *Gleichschaltung* tut nie gut, egal in welcher Richtung. Beispiele gibt es genug – ein System habe ich durch Erzählungen von Verwandten und Geschichts-Studium kennengelernt – ein anderes persönlich.

  • Marcel

    Lustigerweise haben Facebook und Twitter überhaupt keine Angst vor Datenschützern, aber sobald irgendwas „Politik“ zeigen könnte, kriegen die Schrumpfhoden.

    Bei Twitter wurde ich wegen des Satzes: „Liebe AfDler, bitte den Wahlschein ordentlich unterschreiben, damit die zukünftige Regierung dich huldigen kann (so blöd ist doch keiner, oder?)“ gesperrt und habe seitdem nen Shadowban.

    Facebook legt „Gemeinschaftsstandards“ irgendwie auch seltsam an.

    Ich poste auch nur noch „Links“, wenn überhaupt. Spaß macht die Bumsbude schon lange nicht mehr.

  • Sebastian

    Ja, „Links posten“ wird wohl auch meine Lösung sein, wenn ich mich zu einem Thema wirklich mal dringend mitteilen will.

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