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Google Panda killt Suite101

Suite101 ist ein Autorennetzwerk, das jedermann die Veröffentlichung von Artikeln über eine einfache Oberfläche ermöglichte und die Autoren an den Einnahmen beteiligte. Nun fährt man die Aktivitäten in Deutschland zurück. Klartext: Man gibt auf! Und sucht die Schuld bei Google.

Meine 2 Cent

  1. Suite101 ist ganz klar vom Panda Update getroffen.
  2. Zurecht? Nein!
  3. Sollte man deshalb die Flinte ins Korn werfen? Ja!
  4. Gibt diese Entwicklung Anlass zur Sorge? Ja!

Google hat mit dem Panda Update viel verbrannte Erde hinterlassen. Selbsterklärtes Ziel war es, „Content-Farmen“ zurückzudrängen. Das wurde von den Usern bejubelt.

Im Ergebnis muss man aber feststellen, dass die echten „Internetverstopfer“ (Scraper, Aggregatoren) so stark sind wie nie zuvor und man vor allem Inhalteanbieter zurückgedrängt hat. Entlassungen und Insolvenzen der betroffenen Unternehmen inklusive.

Es wäre sicher besser gewesen, wie bisher, auf schleichende Updates zu setzen. Panda war ein „Paukenschlag“, der viele Kollateralschäden und negative Stimmung gegen Google hinterlassen hat.

Dass Google gerade in den als „minderwertig“ bezeichneten Kategorien (Preissuchmaschinen, Aggregatoren, Content-Farmen) eigene Angebote betreibt, macht die Außenwirkung nicht besser.

Google ist zu mächtig

Google hat sich inzwischen weit vom eigenen Motto „Don’t be evil!“ verabschiedet und entwickelt sich zum omnipotenten Player, der für immer mehr Internetunternehmen vom Unterstützer zum Wettbewerber wird.

Niemand kann Google stoppen. Außer Google! Und das Unternehmen ist mit seiner Viel-Fronten-Strategie auf dem besten Weg dazu. Früher war man in wenigen Dingen exzellent. Heute ist man in vielen Dingen Durchschnitt.

Mein Google-Aktienpaket steht auf der Abschussliste. Das frei werdende Kapital werde ich vermutlich in Amazon investieren.

2 Kommentare
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Kommentare:
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  • 🕝 steffen

    bei google ist grad ziemlich viel sand im getriebe. früher machte google unmögliches möglich heutzutage schaffen sie nicht mal mehr das mögliche.

    hatte ja gehofft, dass die nach dem wechsel an der spitze ein bisschen zurück zu ihren alten wurzeln finden. stattdessen werden sie technisch schlechter and more evil.

    früher haben sie modelle / branchen verstanden (suche, mail, werbung) heutzutage ist das irgendwie nicht mehr der fall.

    meiner meinung nach hat das ganze schlamassel mit wave angefangen. wave ist gescheitet, weil es einfach kein standard war. man wollte ne eierlegende wollmichsau am w3c vorbei zum quasistandard erklären und noch nebenbei mal schnell email, twitter und facebook abschaffen.

    damals hab ich noch gedacht, dass hier ein paar größenwahnsinnige techies mit null erfahrung zu viel macht bei google bekommen haben. aber das problem sitzt viel tiefer. google scheint ein strukturelles problem zu haben. die besten leute werde nicht mehr an die wichtigsten stellen im unternehmen gespült.

    absolut bedenklich war google buzz und email. wie man das höchste GUT das vertrauen der nutzer, dass ihre daten bei google gut aufgehoben sind, so verraten konnte. erschließt sich mir bis heute nicht. das war zum ersten mal auch kein technischer kinderfehler – das war ein riesenmanagementfehler.

    inzwischen bin ich sogar stark am zweifeln ob google+ noch was vernünftiges wird. ein produkt für die nutzer wo sich sachen per mundpropaganda so schnell rumsprechen – so offensichtlich gegen den willen der zielkundschaft zu machen. das kann eigentlich nicht funktionieren.

    google will überall mit allem sofort mit dem kopf durch die wand. mit dem kopf durch die wand ist aber keine technische revolution sondern einfach nur dämlich. würden die heute noch mal das thema email bearbeiten – ich bezweifle, dass die den gleichen erfolg wie damals hätten.

    auf dem papier sollte ein social network für google eigentlich kein großes problem sein. facebook ist ziemlich buggy. die leute sind unzufrieden und sehnen sich nach einer alternative. wenn man den usern einfach nur das gibt, was sie wollen – dann sollte das mit ein paar google-typischen verbesserungen (vereinfachungen, circles, hangouts) eigentlich kein problem sein.

    wenn ich aber den leuten schon vorschriften mache, bevor sie überhaupt drinnen sind, dann ist google keinen deut besser als facebook. und wenn die ganzen user dann an allen ecken und enden gedrängt werden dabei zu sein, dann nehmen die eine natürliche abwehrhaltung ein.

    und mit dem ganzen scheiß, den die in letzter zeit verzapfen, machen die ihren wichtigsten erfolgsfaktor kaputt. ihr image. und das kriegen die, wenn es einmal kaputt ist, nicht so schnell wieder repariert. die early adopter sind bei google+ längst keine hilfe mehr und accounts bei ebay werden werden wie seinerzeit heute auch nicht mehr versteigert.

    bei google docs schießen die sich damit zusätzlich massiv ins bein. so lange google ein gutes image hat, ist mit einem entsprechend langem atem google docs auf dauer auch super erfolgreich. damit können sie langfristig microsoft richtig weh tun. so aber lacht sich microsoft über google docs mittlerweise wieder kaputt.

    schon die tatsache, dass early adopter und multiplikatoren überhaupt auf die idee kommen google mit microsoft zu vergleichen (link zu neunetz funktioniert gerade nicht wegen neunetz.com nicht) sollte google sehr zum nachdenken veranlassen.

  • 🕝 Sebastian (Redaktion)

    Es gibt nicht mehr viel, was Google vom Microsoft der späten 90er und der frühen 00er unterscheidet.

    Die Marke ist imho schon immens beschädigt.

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